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Schultersteife

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ICD-Codes: M75.0 Was sind ICD-Codes?

Eine Schultersteife verläuft schleichend. Zu Beginn schmerzt die Schulter nur leicht. Später werden die Schmerzen stärker und können den Schlaf stören. Im Lauf der Zeit versteift sich die Schulter so sehr, dass sie kaum noch beweglich ist. In der Regel heilt eine Schultersteife von allein wieder aus.

Auf einen Blick

  • Eine Schultersteife verläuft schleichend: Sie beginnt mit leichten Schmerzen, die sich dann verstärken und den Schlaf stören können.
  • Mit der Zeit wird die Schulter immer steifer und nahezu unbeweglich.
  • Normalerweise heilt eine Schultersteife auch ohne Behandlung wieder aus.
  • Bei einer Schultersteife bilden sich narbenähnliche Verklebungen (Adhäsionen) in der Gelenkkapsel.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine Frau richtet sich in einem Bett auf und fasst sich an die Schulter. Eine Frau richtet sich in einem Bett auf und fasst sich an die Schulter.

Was bezeichnet man mit Schultersteife?

Bei einer Schultersteife beginnt die Schulter, ohne erkennbaren Grund zu schmerzen und allmählich steif zu werden – meistens im Alter von etwa 50 Jahren.

In der Regel heilt eine Schultersteife ohne Behandlung von allein wieder aus. Bis die Schulter gar nicht mehr schmerzt, können mehrere Monate vergehen. Bis sie wieder voll beweglich ist, dauert es noch deutlich länger.

Medikamente und Physiotherapie können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. Eine Operation kommt nur sehr selten infrage, da damit Risiken verbunden sind und ihr Nutzen fraglich ist.

An welchen Symptomen erkennt man eine Schultersteife?

Eine Schultersteife verläuft schleichend. Zu Beginn haben Menschen mit einer steifen Schulter meistens nur leichte Beschwerden. Über einige Monate hinweg werden die Schmerzen stärker. Sie stören dann oft den Schlaf. Die Schmerzen werden häufig als dumpf oder tiefliegend beschrieben. Sie können bis in den Oberarm ausstrahlen. Die betroffene Schulter wird zudem immer steifer: Es wird immer schwieriger, den jeweiligen Arm nach oben und hinten zu bewegen. 

Wichtig zu wissen: Die Schultersteife kann im Lauf der Zeit dazu führen, dass der Arm kaum noch bewegt werden kann. Er ist dann wie eingefroren. Auf Englisch wird die Schultersteife daher auch „frozen shoulder“ genannt. Ärztinnen und Ärzte bezeichnen die Erkrankung als „adhäsive Kapsulitis“ oder „Periarthritis“. 

Eine Schultersteife kann sehr belasten und viele Tätigkeiten stark erschweren. Anziehen, Kochen, Putzen, der Griff zur hinteren Hosentasche oder das Schalten beim Autofahren können zu einer Herausforderung oder gar unmöglich werden. Manche Menschen mit einer steifen Schulter können zeitweise ihren Beruf nicht mehr ausüben, vor allem wenn sie häufig über Kopf arbeiten müssen.

Belastend kann auch sein, dass andere nicht immer Verständnis für die Erkrankung haben. Dazu trägt bei, dass die Beschwerden für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar sind: Bei einer Schultersteife sind keine Verletzungen oder äußeren Symptome sichtbar. Sie wird außerdem oft erst spät diagnostiziert.

Was sind die Ursachen für eine Schultersteife?

Gelenke sind die Verbindung zwischen zwei Knochen. Im Schultergelenk greift die Kugel des Oberarmknochens in eine Vertiefung, die Pfanne des Schulterblattknochens. Dieses Kugelgelenk umschließt eine feste Faserschicht: die Gelenkkapsel.

Bei einer Schultersteife bilden sich narbenähnliche Verklebungen (Adhäsionen) in der Gelenkkapsel. Da sich dadurch das Kapselgewebe verdichtet, schrumpft die Kapsel. Vermutlich spielen dabei Entzündungen eine entscheidende Rolle. Die genauen Gründe dafür sind aber bisher nicht bekannt. Daher lässt sich meistens auch nicht klären, was eine Schultersteife verursacht hat.

Selten tritt die Erkrankung nach Entzündungen oder Unfällen auf. Auch wenn die Schulter zum Beispiel nach einer Operation ruhiggestellt wird, kann es zu einer Schultersteife kommen. 

Wie häufig kommt es zu einer Schultersteife?

Meistens tritt eine Schultersteife im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Schätzungen zufolge haben ungefähr 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung irgendwann mal eine Schultersteife, Frauen etwas häufiger als Männer. 

Ungefähr 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung haben irgendwann mal eine Schultersteife.

Menschen mit Diabetes erkranken besonders oft an einer Schultersteife. Der Anteil liegt hier bei 10 bis 20 Prozent. Warum das so ist, kann bislang nicht erklärt werden.

Wie entwickelt sich eine Schultersteife?

Meistens heilt eine Schultersteife von alleine wieder aus. Dies kann jedoch längere Zeit dauern.

Eine Schultersteife verläuft in drei Phasen, die ineinander übergehen:

  • Zunächst treten nur leichte Schmerzen auf, die dann immer stärker werden. Die Schulter kann dabei auch nachts und selbst dann wehtun, wenn sie nicht bewegt wird.
  • Mit der Zeit wird die Schulter immer unbeweglicher und „friert ein“. Mit zunehmender Unbeweglichkeit nehmen die Schmerzen ab.
  • Schließlich löst sich die Schultersteife allmählich wieder auf und die Beweglichkeit kehrt zurück. Häufig bessern sich die Beschwerden schon innerhalb von einigen Monaten deutlich.

Der Verlauf einer Schultersteife kann nicht genau vorhersagt werden. Viele haben nach ein bis zwei Jahren kaum noch Beschwerden. Bei anderen dauert es aber deutlich länger, bis die Erkrankung abklingt. In einer Studie hatten nach gut vier Jahren noch etwa 6 Prozent starke Beschwerden.

Eine Schultersteife tritt normalerweise nur einmal im Leben auf. Bei einigen Menschen erkrankt allerdings innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Schultersteife auch die andere Schulter. Der Anteil liegt hier bei 6 bis 17 Prozent.

Wie wird eine Schultersteife diagnostiziert?

Nicht bei allen Schulterbeschwerden handelt es sich um eine Schultersteife. Ob eine Schultersteife vorliegt, können Ärztinnen und Ärzte anhand der Beschreibung der Symptome und einer Untersuchung der Schulter feststellen. Dafür tasten sie das Gelenk ab und prüfen, wie beweglich der Arm und die Schulter sind. Die Ärztin oder der Arzt beobachtet von hinten, wie sich die Schulterblätter bewegen, wenn beide Arme seitlich auf Schulterhöhe angehoben werden. Handelt es sich um eine Schultersteife, hebt sich das Schulterblatt auf der betroffenen Seite bei der gesamten Bewegung mit an. Bei einer gesunden Schulter ist das nicht der Fall.

Sollen andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Arthrose ausgeschlossen werden, wird die Schulter manchmal geröntgt oder es wird eine Aufnahme des Schulterinneren mittels Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht. Diese Untersuchungen können auch Aufschluss bringen, wenn sich die Ursache der Beschwerden schwer feststellen lässt.

Wie wird eine Schultersteife behandelt?

Bis eine Schultersteife heilt, kann es dauern. Die Schmerzen lassen sich aber behandeln. Und auch die Beweglichkeit kann verbessert werden. Zunächst geht es darum, die Schmerzen zu lindern. Spätere Maßnahmen zielen darauf ab, die Schulter wieder beweglicher zu machen.

In der Regel wird eine Schultersteife konservativ behandelt – also ohne operativen Eingriff.

Wirksam sind unter anderem:

  • Kortisontabletten oder Kortisonspritzen in das Schultergelenk gegen die Schmerzen
  • Dehnübungen und Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit und Kraft

Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen (als Tabletten oder Creme) helfen vermutlich nicht ausreichend. Manche Menschen empfinden Wärme- und Kälteanwendungen als angenehm.

Übungen sollten vor allem in den Frühphasen der Erkrankung behutsam begonnen werden. Sie können die Schmerzen sonst verstärken. Man sollte dabei darauf achten, dass die Bewegung nicht erzwungen wird und dabei keine starken Schmerzen auftreten.

Bei der Therapie einer Schultersteife geht es darum, Schmerzen zu lindern und die Schulter beweglicher zu machen.

Eine Schultersteife heilt meistens von selbst aus. Ein Eingriff ist daher normalerweise nicht erforderlich. Auch weil nicht belegt ist, dass eine Operation entscheidende Vorteile hat. Zudem ist jeder Eingriff mit Operations- und Narkoserisiken verbunden.

Halten die Beschwerden auch nach einer konservativen Behandlung noch mehrere Monate an, raten Ärztinnen und Ärzte manchmal dennoch zu einem Eingriff. Die Ärztin oder der Arzt muss dann darauf hinweisen, dass man das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung hat.

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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 04.04.2025
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