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Magnesiummangel

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ICD-Codes: E61.2 Was sind ICD-Codes?

Mit einer ausgewogenen Ernährung nimmt man normalerweise ausreichend Magnesium zu sich. Befindet sich zu wenig Magnesium im Blut, spricht man von einem Magnesiummangel. Der Mineralstoff Magnesium ist wichtig für die Funktion von Muskeln und Nerven sowie für den Erhalt von Knochen und Zähnen.

Auf einen Blick

  • Magnesium ist wichtig für den Muskel-, Nerven- und Knochenstoffwechsel.
  • Es ist ein essenzielles Mineral. Das heißt, der Körper kann Magnesium nicht selbst herstellen und muss es über die Nahrung aufnehmen.
  • Ein Mangel kann durch eine einseitige Ernährung oder infolge von Nierenerkrankungen entstehen.
  • Schwangere und Stillende, Sportlerinnen und Sportler sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen haben einen erhöhten Bedarf.
  • Typische Anzeichen eines Magnesiummangels sind Muskelkrämpfe und Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen.
  • Ein regelmäßiger Verzehr von grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten kann einem Mangel vorbeugen.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Eine Hand greift an die Wade. Eine Hand greift an die Wade.

Was ist ein Magnesiummangel?

Der Mineralstoff Magnesium erfüllt lebenswichtige Aufgaben im Körper. Unter anderem ist er wichtig für die Muskel- und Nerventätigkeit und damit auch für die Herzfunktion. Außerdem spielt Magnesium eine Rolle beim Aufbau von Knochen und Zähnen und bei der Regulierung des Kalzium- und Kaliumhaushalts.

In der Regel führt man dem Körper mit einer ausgewogenen Ernährung genügend Magnesium zu. Das Mineral ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Größere Mengen finden sich in Nüssen und Ölsaaten, grünem Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide.

Zu den magnesiumreichen Nahrungsmitteln zählen: Nüsse, Ölsaaten, grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide.

Bei einer einseitigen Ernährung, starkem Durchfall oder bei chronischen Nierenerkrankungen kann es jedoch passieren, dass man zu wenig Magnesium aufnimmt oder zu viel davon ausscheidet.

Sinkt die Menge an Magnesium im Blut unter einen bestimmten Wert, spricht man von einem Magnesiummangel oder einer Hypomagnesiämie.

Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, sollte ein Magnesiummangel behandelt werden. Bei Mangelerscheinungen lässt sich das Mineral mit Tabletten oder Infusionen zuführen.

Welche Symptome verursacht ein Magnesiummangel?

Ein Magnesiummangel kann lange unbemerkt bleiben. Symptome zeigen sich oft erst bei einem ausgeprägten Mangel. Die Beschwerden sind meistens nicht sehr eindeutig und können auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein.

Anzeichen für einen Magnesiummangel sind zum Beispiel häufige Muskelkrämpfe in den Waden sowie Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Armen und Beinen. Auch kann die Körpertemperatur sinken, was zu häufigem Frieren führt.

Außerdem treten manchmal Symptome wie Kopfschmerzen und Herzrasen auf oder es kommt zu Herzrhythmusstörungen und Verdauungsbeschwerden.

Manche Menschen werden zudem teilnahmslos (apathisch), fühlen sich lustlos und desinteressiert und verhalten sich passiv.

Welche Ursachen hat ein Magnesiummangel?

Ein Magnesiummangel entsteht entweder durch eine zu geringe Aufnahme oder eine zu starke Ausscheidung des Minerals. Der Körper verfügt über Mechanismen, die verhindern, dass zu viel Magnesium ausgeschieden wird.

Bei sehr wenigen Menschen funktioniert dieser Regulationsmechanismus aber aufgrund eines genetischen Defekts nicht richtig, etwa beim Gitelman-Syndrom – einer seltenen, erblichen Nierenerkrankung.

Bei den meisten Menschen hat der Magnesiummangel andere Ursachen, zum Beispiel:

  • einseitige Ernährung, wie sie bei Essstörungen oder Diäten vorkommen kann
  • hoher Alkoholkonsum
  • erhöhter Bedarf durch Stress, Sport oder Schwangerschaft
  • starker Durchfall und häufiges Erbrechen

Zudem können bestimmte Erkrankungen den Magnesiumhaushalt negativ beeinflussen. Dazu zählen:

  • chronische Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Schilddrüsenerkrankungen wie eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen

Auch nach einer Nierentransplantation oder Dünndarmoperation ist ein Magnesiummangel möglich. Außerdem können manche harntreibenden Medikamente (Diuretika) und einige gegen bakterielle Infektionen eingesetzte Antibiotika einen Mangel an Magnesium begünstigen.

Wie häufig ist Magnesiummangel?

Ungefähr 2 Prozent aller Menschen haben zu wenig Magnesium im Blut.

Bei Schwangeren, Menschen mit Diabetes und Menschen, die viel Alkohol trinken, kommt Magnesiummangel deutlich häufiger vor als üblich.

Welche Folgen kann ein Magnesiummangel haben?

Häufig geht ein Mangel an Magnesium auch mit einem Kalzium- und Kaliummangel (Hypokaliämie) einher. Diese Mängel wiederum beeinträchtigen unter anderem die Knochendichte und die Herztätigkeit, da Kalzium für die Stabilität der Knochen wichtig ist. Ist zu wenig Magnesium im Blut, kann Kalzium schlechter in die Knochen eingelagert werden. Ein sehr starker Magnesiummangel kann außerdem schwere Herzrhythmusstörungen verursachen.

Wie lässt sich einem Magnesiummangel vorbeugen?

Wer sich abwechslungsreich und ausgewogen ernährt, nimmt in der Regel ausreichend Magnesium zu sich.

Wer aufgrund bestimmter Vorerkrankungen oder Lebensumstände einen erhöhten Bedarf hat, kann öfter zu magnesiumreichen Lebensmitteln greifen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • grünes Gemüse wie Spinat
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen
  • Vollkornprodukte
  • Saaten wie Mohn oder Sesam
  • Nüsse

Wie stellt man einen Magnesiummangel fest?

Ein Magnesiummangel lässt sich bei der Hausärztin oder beim Hausarzt durch eine ausführliche Befragung und eine gezielte Untersuchung des Blutes sicher feststellen.

Bei Beschwerden wie Herzrasen oder Herzstolpern können Ärztinnen und Ärzte außerdem ein Elektrokardiogramm (EKG) machen, um die Herzfunktion zu überprüfen.

Wie wird ein Magnesiummangel behandelt?

Die Behandlung eines Magnesiummangels hängt von seinen Ursachen und von möglichen Vorerkrankungen ab. Bei einem leichten Mangel mit wenigen Symptomen genügt es oft, die Ernährung anzupassen und mehr auf die Magnesiumaufnahme zu achten.

So ist es zum Beispiel hilfreich, mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Gemüse sollte jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Eine Handvoll magnesiumreicher Nüsse enthält zudem viele ungesättigte Fettsäuren, die sich zusätzlich positiv auf den Stoffwechsel auswirken. Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen kann man leicht über das Müsli oder den Salat streuen.

Ein starker Magnesiummangel lässt sich durch eine ärztlich abgeklärte Einnahme von Tabletten meist schnell beheben.

Ein ausgeprägter Magnesiummangel lässt sich durch die Einnahme von Magnesiumtabletten meist binnen kurzer Zeit beheben. Die Einnahme sollte man aber immer mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, da frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie oder Apotheke falsch dosiert sein können.

Bei Menschen mit Nierenerkrankungen oder anderen Erkrankungen, die einen Magnesiummangel fördern, sowie bei Menschen mit schweren Mangelzuständen ist es auch möglich, das Mineral durch eine Infusion über die Vene zuzuführen.

  • UpToDate (Internet). Hypomagnesemia: Evaluation and treatment. Wolters Kluwer 2021. Aufgerufen am 14.10.2021.
  • UpToDate (Internet). Hypomagnesemia: Clinical manifestations of magnesium depletion. Wolters Kluwer 2021. Aufgerufen am 14.10.2021.
  • UpToDate (Internet). Hypomagnesemia: Causes of hypomagnesemia. Wolters Kluwer 2021. Aufgerufen am 14.10.2021.
  • Gragossian A, Bashir K, Friede R. Hypomagnesemia. [Updated 2021 Sep 6]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2021 Jan-. Aufgerufen am 14.10.2021.
  • National Institute for Health and Care Excellence (Internet). Preventing recurrent hypomagnesaemia: oral magnesium glycerophosphate. Aufgerufen am 14.10.2021.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 25.11.2021
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