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Kleienpilzflechte

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ICD-Codes: B36 B36.0 Was sind ICD-Codes?

Viele Menschen mit einer Kleienpilzflechte wissen gar nicht, dass der Grund für ihre fleckige Haut ein Pilz ist. Vermehrt sich dieser stark, entsteht die Krankheit. Der Hautausschlag ist meistens harmlos, nicht ansteckend und kann behandelt werden.

Auf einen Blick

  • Die Kleienpilzflechte ist eine Hauterkrankung, bei der sich dunkle oder helle Hautflecken bilden.
  • Ursache ist ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen auf der Haut vorkommt.
  • Eine Kleienpilzflechte ist normalerweise harmlos und nicht ansteckend.
  • Warum die Pilze sich nur bei manchen Menschen vermehren und Hautflecken verursachen, ist nicht eindeutig geklärt.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Person mit bräunlichen Hautflecken auf dem Rücken Person mit bräunlichen Hautflecken auf dem Rücken

Was ist eine Kleienpilzflechte?

Bei einer Kleienpilzflechte bilden sich auf der Haut helle oder dunkle Flecken. Ursache ist ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen auf der Haut vorkommt. Die Hauterkrankung ist nicht ansteckend und normalerweise harmlos. Kleienpilzflechte wird auch Kleienflechte genannt. Ärztinnen und Ärzte sprechen von „Pityriasis versicolor“.

In der Regel lässt sich eine Kleienpilzflechte gut mit äußerlich anzuwendenden Mitteln wie speziellen Cremes oder Shampoos behandeln.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Kleienpilzflechte?

Wer eine Kleienpilzflechte hat, entwickelt zunächst kleine runde oder ovale Hautflecken. Diese wachsen im Lauf der Zeit zu größeren Flecken mit unregelmäßigen Umrissen zusammen.

Die Flecken entstehen insbesondere auf der Brust, im Nacken, auf dem Rücken und auf den Armen. Vor allem bei Kindern kann auch das Gesicht betroffen sein.

Die Flecken können verschiedene Farben haben: Bei manchen Menschen sind sie gelblich oder bräunlich, bei anderen auch rosa oder rötlich. Häufig sind sie bei dunkler oder gebräunter Haut heller, bei sehr heller Haut eher dunkler als die gesunde Haut.

Die von dem Pilz befallenen Hautstellen verändern sich durch UV-Strahlung kaum. Von einer Kleienpilzflechte betroffene Stellen können auch etwas schuppig sein. Juckreiz ist selten und, wenn er auftritt, nur leicht.

Wie entsteht eine Kleienpilzflechte?

Die Kleienpilzflechte wird durch Hefepilze ausgelöst, die bei fast allen Menschen auf der Haut zu finden sind. Warum sich diese Pilze nur bei manchen Menschen vermehren und zu sichtbaren Flecken führen, ist nicht eindeutig geklärt.

Wichtig zu wissen: Die Kleienpilzflechte wird nicht durch mangelnde Hygiene ausgelöst. Sie ist auch nicht ansteckend.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Kleienpilzflechte?

Eine Kleienpilzflechte kann unter anderem von diesen Faktoren begünstigt werden:

  • warmes und feuchtes Klima
  • erhöhte Schweißproduktion – zum Beispiel bei Menschen, die leicht schwitzen oder viel Sport treiben
  • Öle oder Kosmetika, die die Hautporen verschließen können
Kleienpilzflechte wird unter anderem begünstigt durch warmes, feuchtes Klima; eine erhöhte Schweißproduktion; porenverschließende Öle oder Kosmetika.

Zudem spielt wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung eine Rolle.

Bei einem geschwächten Immunsystem steigt das allgemeine Risiko für Infektionen und damit auch das für eine Kleienpilzflechte. Das Immunsystem kann zum Beispiel durch bestimmte Krebsarten oder Medikamente geschwächt werden, die die Körperabwehr unterdrücken.

Wie häufig kommt es zu Kleienpilzflechte?

Die Kleienpilzflechte ist eine verbreitete Hauterkrankung. Schätzungen zufolge kommt sie in Ländern mit gemäßigtem Klima bei etwa einem Prozent aller Menschen vor. In einigen tropischen Ländern haben bis zu 40 Prozent eine Kleienpilzflechte.

In Ländern mit gemäßigtem Klima kommt die Kleienpilzflechte bei circa einem Prozent aller Menschen vor.

Männer und Frauen erkranken gleich häufig. Erstmals tritt eine Kleienpilzflechte meistens im Jugendalter auf.

Wie wird eine Kleienpilzflechte festgestellt?

Häufig kann eine Ärztin oder ein Arzt eine Kleienpilzflechte bereits an den typischen hellen oder dunklen Flecken auf dem Oberkörper oder an den Armen erkennen.

Um andere Hauterkrankungen auszuschließen, können einige Hautschuppen mithilfe eines durchsichtigen Klebestreifens abgenommen und unter dem Mikroskop betrachtet werden. In der Regel lassen sich Kleienpilze damit eindeutig nachweisen.

Wie wird eine Kleienpilzflechte behandelt?

Kühles oder trockenes Wetter kann eine Kleienpilzflechte zurückgehen lassen. Normalerweise legt sie sich aber nicht von allein. Damit sie ganz verschwindet, wird sie vor allem mit Cremes, Lotionen und Shampoos für Kopf und Körper behandelt. Diese Mittel enthalten pilzhemmende oder pilzabtötende Stoffe.

Cremes und Lotionen werden auf die erkrankten Hautstellen aufgetragen. Zudem werden Haare und Kopfhaut mit einem speziellen Shampoo gewaschen, damit sich die Pilze von hier aus nicht erneut ausbreiten.

Manche Mittel müssen nur einige Minuten, andere mehrere Stunden einwirken. Daher werden Cremes und Lotionen oft abends aufgetragen und am nächsten Morgen abgeduscht.

Nach einer erfolgreichen Behandlung kann es mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis die Hautflecken verschwunden sind. Nur selten wird eine Kleienpilzflechte mit Tabletten behandelt.

Vertiefende Informationen zur Kleienpilzflechte finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

  • Choi FD, Juhasz ML, Atanaskova Mesinkovska N. Topical ketoconazole: a systematic review of current dermatological applications and future developments. J Dermatolog Treat. 2019 Dec;30(8):760-771. doi:10.1080/09546634.2019.1573309.
  • Hu SW, Bigby M. Pityriasis versicolor: a systematic review of interventions. Arch Dermatol. 2010 Oct;146(10):1132-40. doi:10.1001/archdermatol.2010.259.
  • Renati S, Cukras A, Bigby M. Pityriasis versicolor. BMJ. 2015 Apr 7;350:h1394. doi:10.1136/bmj.h1394.
  • Schwartz RA. Superficial fungal infections. Lancet. 2004 Sep 25-Oct 1;364(9440):1173-82. doi: 10.1016/S0140-6736(04)17107-9.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 09.09.2022
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