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Übermäßiger Haarwuchs (Hypertrichose)

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ICD-Codes: L68 Was sind ICD-Codes?

Wenn untypisch viele Haare wachsen, nennt man das Hypertrichose. Der übermäßige Haarwuchs kann am ganzen Körper oder nur an bestimmten Stellen vorkommen, er kann vererbt oder erworben sein. Für die Behandlung ist es wichtig, die Ursache zu kennen.

Auf einen Blick

  • Die Hypertrichose ist ein übermäßiger Haarwuchs, der entweder am ganzen Körper oder örtlich begrenzt auftritt.
  • Die Ursache dafür kann angeboren oder erworben sein, also im Lauf des Lebens entstehen.
  • Oft sind Medikamente die Ursache für erworbene Hypertrichosen.
  • Kann man die Ursache für eine Hypertrichose finden und beheben, bildet sich der Haarwuchs meist wieder zurück.
  • Zur dauerhaften Haarentfernung kommen Laserbehandlungen oder Epilation – also die Entfernung der Haare mit den Wurzeln – infrage.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Der stark behaarte Rücken eines Mannes Der stark behaarte Rücken eines Mannes

Was ist eine Hypertrichose?

Mit Hypertrichose bezeichnet man einen übermäßigen Haarwuchs, der an einzelnen Stellen oder am gesamten Körper auftreten kann. Er kann angeboren sein oder erst im Lauf des Lebens entstehen.

Man unterscheidet drei Arten von Haaren: die weiche, für Säuglinge typische Flaumbehaarung (Lanugobehaarung), helle, weiche und flaumige Vellushaare sowie die kräftige erwachsene Terminalbehaarung, wie sie auf dem Kopf, in der Achselhöhle oder im Genitalbereich vorkommt.

Bei der Hypertrichosis lanuginosa congenita, einer vererbten Hypertrichose, ist die Behaarung am auffälligsten, da sie den gesamten Körper betrifft.

Wichtig zu wissen: Die Hypertrichose ist kein Hirsutismus. Mit Hirsutismus bezeichnet man einen übermäßigen Haarwuchs bei Frauen nach einem eher männlichen Behaarungsmuster.

Wie zeigt sich eine Hypertrichose?

Der übermäßige Haarwuchs kann den gesamten Körper betreffen. Man spricht dann von einer generalisierten Hypertrichose. Tritt der vermehrte Haarwuchs nur an bestimmten Stellen auf, handelt es sich um eine lokalisierte Hypertrichose.

Die Haare, die vermehrt wachsen, können unterschiedlich aussehen:

  • Sind die Haare kräftig und ähneln der Behaarung auf dem Kopf, unter den Armen oder im Genitalbereich, spricht man von Terminalhaaren.
  • Sind die Haare hell, weich und flaumig, bezeichnet man sie als Vellushaare.
  • Lanugohaare wachsen eigentlich auf der Haut des ungeborenen Babys und schützen es vor dem Aufweichen der Haut durch das Fruchtwasser im Mutterleib. Sie werden normalerweise innerhalb einiger Wochen nach der Geburt durch Vellushaare ersetzt. Sie können aber – zum Beispiel in Folge bestimmter Krebserkrankungen – erneut auftreten.

Zu den Körperstellen, die bei der vererbten lokalen Form verstärkt behaart sind, zählen die Unterarme und Ellenbogenbeuge, die Hand- und Fußflächen, die Ohrmuscheln und Nasenspitze sowie der vordere oder hintere Halsbereich.

Bei der angeborenen Hypertrichosis lanuginosa ist der gesamte Körper mit bis zu 10 Zentimeter langen feinen silbergrauen bis blonden Lanugohaaren bedeckt. Oft kommen andere Symptome wie Zahnfehlbildungen, eine Verengung des Magenausgangs oder Erkrankungen der Augen hinzu.

Bei der vererbten Hypertrichose kann die Behaarung den gesamten Körper betreffen.

Eine Hypertrichose am ganzen Körper kann auch als übermäßige „normale“ Behaarung in Erscheinung treten, also mit einer verstärkten Terminalbehaarung an Rücken, Armen, Beinen und rund um die Ohren.

Wenn Hypertrichosen durch fehlerhafte Erbinformationen entstehen, dann treten sie manchmal in Form eines Syndroms zusammen mit anderen typischen Krankheitszeichen oder auch Fehlbildungen auf.

Je nachdem, welche Ursache die Hypertrichose hat, macht sich der vermehrte Haarwuchs an unterschiedlichen Stellen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten bemerkbar.

Welche Ursachen hat eine Hypertrichose?

Für eine Hypertrichose gibt es – je nach Art des übermäßigen Haarwuchses – verschiedene Ursachen.

Hypertrichose am ganzen Körper

Bei den seltenen vererbten Syndromen, die mit dieser Form des übermäßigen Haarwuchses einhergehen, ist häufig die Entwicklung der Haarfollikel gestört. Tritt die Hypertrichose bei Kindern vor der Pubertät auf, kann eine erhöhte Menge des Geschlechtshormons Testosteron der Grund sein.

Entwickelt sich die Hypertrichose im Lauf des Lebens, sind häufig Medikamente die Ursache, beispielsweise:

  • Antibiotika wie Streptomycin
  • entzündungshemmende Medikamente wie Kortison
  • der Wirkstoff Acetazolamid: ein harntreibendes Medikament (Diuretikum)
  • der Wirkstoff Phenytoin: ein Medikament gegen Epilepsie (Antiepileptikum)
  • die Wirkstoffe Cyclosporin und Mycophenolat-Mofetil: Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)

Besteht die übermäßige Behaarung aus feinen Lanugohaaren, die normalerweise nur bei Säuglingen vorkommen, kann eine Krebserkrankung der Grund sein – meist Lungen- oder Darmkrebs.

Örtlich begrenzte Hypertrichose

Angeborene Muttermale sind häufig verstärkt behaart. Auch bei seltenen angeborenen Fehlbildungen wie dem Cornelia-de-Lange-Syndrom oder dem Rubinstein-Taybi-Syndrom kommt es zu einer lokalen Hypertrichose.

Zudem können wiederholte Verletzungen, Scheuerstellen oder Entzündungen zu einer vermehrten Behaarung führen. Beispielsweise entwickeln viele Arbeiterinnen und Arbeiter, die häufig Lasten auf dem Rücken tragen, eine Hypertrichose auf dem Rücken. Auch nach dem Eingipsen einer Gliedmaße ist es möglich, dass Druckstellen mit einer vermehrten Haarbildung reagieren. 

Wie diagnostiziert man eine Hypertrichose?

Eine Hypertrichose ist am übermäßigen Haarwuchs leicht zu erkennen.

Zunächst gilt es festzustellen, ob sie angeboren oder erworben ist. Dazu stellt die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen, etwa zur Familiengeschichte und zu eingenommenen Medikamenten.

Im nächsten Schritt wird der vorherrschende Haartyp bestimmt. Bei der körperlichen Untersuchung achten Ärztin oder Arzt auch auf weitere Fehlbildungen oder Begleitsymptome.

Besteht der Verdacht eines seltenen vererbten Syndroms, können sich genetische, neurologische und andere Untersuchungen anschließen. Besteht der Verdacht, dass eine Krebserkrankung der Grund für den übermäßigen Haarwuchs ist, folgen ebenfalls weitere Untersuchungen, beispielsweise Ultraschall, Röntgen oder eine Computertomographie (CT).

Wie lässt sich eine Hypertrichose behandeln?

Eine Hypertrichose bedarf – rein medizinisch gesehen – keiner Behandlung.

Es gibt Menschen, die gut mit der vermehrten Körperbehaarung leben können. Wer sich aber unwohl damit fühlt, kann die unerwünschte Behaarung mit verschiedenen Methoden entfernen.

Am einfachsten und schnellsten lassen sich Enthaarungscremes anwenden. Diese entfernen die Haare aber ohne ihre Wurzel, sodass die Haare schnell wieder nachwachsen. Zudem führen die Cremes häufig zu Hautreizungen.

Eine fachärztliche Laserbehandlung ist am effektivsten, um die Haare dauerhaft zu entfernen. Ein weiteres Verfahren ist die Elektroepilation. Dabei werden die Haare mit den Haarwurzeln herausgedreht. Für eine sachgemäße Anwendung ist es ratsam, sich auch hier an eine Fachärztin oder einen Facharzt zu wenden.

Erworbene Hypertrichosen gehen meist wieder zurück, wenn sich die Ursache beheben lässt.

Ist die Hypertrichose als Nebenwirkung eines Medikaments aufgetreten, bildet sich der Haarwuchs in der Regel zurück, wenn man das Medikament absetzt. Auch andere erworbene Hypertrichosen gehen meist wieder zurück, wenn sich die Ursache beheben lässt.

Handelt es sich um eine vererbte Hypertrichose, begleitet sie einen in der Regel ein Leben lang. Auch die eigenen Kinder können sie bekommen. Ist der übermäßige Haarwuchs auffällig und gut sichtbar, kann das seelisch sehr belastend sein. Dann kommt eine psychologische Betreuung und Unterstützung infrage.

  • Saleh D, Yarrarapu SNS, Cook C. Hypertrichosis. [Updated 2021 July 23]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2021 Jan-. Aufgerufen am 04.02.2022.
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In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Stand: 26.02.2022
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